Immunthrombozytopenie (ITP) – Ursachen und Verlauf

Eine ITP kann ohne erkennbare Ursache oder z. B. nach einer Infektion auftreten. Sie verläuft bei Kindern anders als bei Erwachsenen. Ob eine Therapie erforderlich ist, hängt von der individuellen Blutungsneigung ab.

Die Immunthrombozytopenie (ITP) ist eine Autoimmunerkrankung. Das heißt, dass der Körper Antikörper (sogenannte Autoantikörper) gegen eigene Blutplättchen (Thrombozyten) bildet, was dazu führt, dass diese verstärkt in der Milz abgebaut werden, und ihre Neubildung im Knochenmark gehemmt wird. Dies führt zu einem Thrombozytenmangel mit erhöhter Blutungsneigung.1,2 

Man unterscheidet eine primäre ITP, bei der sich keine Ursache der Erkrankung erkennen lässt, von einer sekundären ITP, die z. B. nach einer Virusinfektion, nach der Einnahme von Medikamenten oder nach einer Impfung auftreten kann.1, 2 

Einteilung der ITP in drei Stadien

Je nach Dauer der Erkrankung werden drei Stadien unterschieden:1

  • Neu diagnostiziert: bis zu drei Monate nach Diagnosestellung, spontane Ausheilung möglich
  • Persistierend: zwischen drei und zwölf Monaten nach Diagnosestellung
  • Chronisch: mehr als zwölf Monate nach Diagnose, spontane Ausheilung eher unwahrscheinlich

Bei Erwachsenen erkranken jährlich zwischen 0,2 und 0,4 pro 10.000 Personen neu an ITP. Die Zahl der chronisch an ITP Erkrankten liegt bei ca. 2 Fällen pro 10.000 Personen. Die Zahl der Neuerkrankung ist bei Kindern und Jugendlichen etwa gleich, allerdings sind chronische Verläufe sehr selten.1,2

Nicht immer ist eine Therapie erforderlich

Bei Kindern heilt die Erkrankung meist auch ohne Therapie innerhalb von Wochen aus. Schwere Blutungen sind sehr selten. Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung häufig chronisch oder sogar lebenslang.1
Die Therapieentscheidung richtet sich vor allem nach dem individuellen Blutungsrisiko.1

WHO Blutungsgrad

Definition

0

Keine Blutungszeichen

I

Petechien, blaue Flecken, flächige Haut- oder Schleimhautblutungen
(< 10 cm), Schleimhautblutungen (Mund, Nase), Nasenbluten (< 1 Stunde, keine ärztliche Versorgung notwendig), Einblutungen in die Bindehaut des Auges, geringe vaginale Blutungen unabhängig von der Regelblutung

II (nicht transfusionspflichtig)

blaue Flecken, flächige Haut- oder Schleimhautblutungen (> 10 cm), Nasenbluten (> 1 Stunde oder Tamponade notwendig) Netzhautblutungen des Auges ohne Sehverschlechterung, stärkere vaginale Blutungen unabhängig von der Regelblutung, Teerstuhl, frisches Blut im Stuhl, Bluterbrechen, Bluthusten, Blut im Urin, Blutungen aus Punktionsstellen, Blutungen in Muskel und Gelenke

III (transfusionspflichtig)

Nasenbluten, Schleimhautblutungen (Mund, Nase), vaginale Blutungen,  Teerstuhl, frisches Blut im Stuhl, Bluterbrechen, Bluthusten, Blut im Urin, Blutungen aus Punktionsstellen, Blutungen in Muskel und Gelenke

IV

Netzhautblutungen des Auges mit Sehverschlechterung, Blutungen in Rückenmark und Gehirn, andere Organblutungen, die die Funktion der betroffenen Organe (Gelenke, Muskulatur, Niere, Lunge, etc.) gefährden.

Autor: Michaela Spaeth-Dierl

Quellen:
[1] awmf Leitlinie „Immunthrombozytopenie (ITP) im Kindes-und-Jugendalter http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/086-001l_S2k_Immunthrombozytopenie_Kinder_Jugendliche_2011-abgelaufen.pdf (zuletzt besucht am 20.07.2017).
[2] Onkopedia Leitlinie „Immunthrombozytopenie“ https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/immunthrombozytopenie-itp/@@view/html/index.html (zuletzt besucht am 20.07.2017).
[3] DocCheck Flexikon: Meläna http://flexikon.doccheck.com/de/Mel%C3%A4na (zuletzt besucht am 20.07.2017).

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