Wie kann man eine Immunthrombozytopenie (ITP) behandeln?

Für die Behandlung einer Immunthrombozytopenie (ITP) stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Ob eine Behandlung überhaupt erforderlich ist, hängt von der individuellen Blutungsneigung ab.

Ob eine ITP therapiebedürftig ist, muss immer im Einzelfall von Arzt und Patient entschieden werden. Während früher auch die Anzahl der Blutplättchen (Thrombozyten) ein wichtiger Aspekt bei dieser Entscheidung war, empfehlen die aktuellen Leitlinien eine Orientierung allein an der Blutungsneigung des Patienten.1

Eine Therapie kommt

  • auf jeden Fall in Frage, wenn starke Blutungen auftreten.
  • eventuell in Frage, wenn mittelstarke Blutungen auftreten. 
  • eher nicht in Frage, wenn nur eine geringe oder keine Blutungsneigung besteht (Watch & Wait). Allerdings können z. B. ein erhöhtes Verletzungsrisiko oder zusätzlich bestehende Krankheiten auch in diesem Fall für eine Therapie sprechen.1

Ziel einer Therapie ist es, die Thrombozytenanzahl anzuheben und so das Risiko für Blutungen zu minimieren. Besondere Situationen wie eine bevorstehende Operation oder Zahnarztbehandlung können zusätzliche Maßnahmen erforderlich machen.1

Erst-, Zweit- und Drittlinientherapie – was bedeutet das?

Als Erstlinientherapie bezeichnet man in der Medizin die Behandlung, die sich als Standardtherapie direkt nach Diagnosestellung bewährt hat. Erst bei Versagen dieser Therapie kommt eine Zweit- oder Drittlinientherapie zum Einsatz.2

Erstlinientherapie bei ITP

Bei ITP sind bei therapiebedürftigen Patienten sogenannte Kortikosteroide das Mittel der ersten Wahl. Die Substanzen sind mit dem körpereigenen Hormon Kortison verwandt, das regulierend auf das Immunsystem wirkt. Kortikosteroide hemmen die Produktion von Autoantikörpern gegen Thrombozyten. 

Wenn es zu schweren Blutungen kommt, werden zusätzliche Therapiemaßnahmen wie z. B. die Gabe von sogenannten Immunglobulinen oder Thrombozytenkonzentraten erwogen.

Immunglobuline führen meist zu einem schnellen, aber kurzfristigen Thrombozytenanstieg für 2–4 Wochen. Sie werden deshalb z. B. bei akuten schweren Blutungen oder nicht aufschiebbaren Operationen eingesetzt.1 Bei schweren Blutungen kann auch mit Thrombozytenkonzentraten bei manchen Patienten ein kurzfristiger Anstieg der Thrombozytenzahl erreicht und die Blutung gestoppt werden.1 

Weitere Therapiemöglichkeiten bei ITP

Nicht bei allen Patienten stellt sich der gewünschte Behandlungserfolg ein, oder es kommt nach einem anfänglichen Erfolg zu einem Rückfall. Dann kommen weitere Behandlungsmöglichkeiten in Frage: 

  • Eine erneute Therapie mit Kortikosteroiden 
  • Eine operative Milzentfernung (Splenektomie)
  • Behandlung mit Thrombopoetin-Rezeptor-Agonisten
  • Immunsuppressive Medikamente

Thrombopoetin-Rezeptor-Agonisten sind Substanzen, die die Neubildung von Blutplättchen (Thrombozytopoese) im Knochenmark anregen können.

Immunsuppressiva sind Medikamente, die normalerweise gegen Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen oder in der Krebstherapie eingesetzt werden. Sie können die Bildung von Autoantikörpern gegen Thrombozyten bremsen. 

Autor: Michaela Spaeth-Dierl

Quellen:
[1] Onkopedia-Leitlinie Immunthrombozytopenie https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/immunthrombozytopenie-itp/@@view/html/index.html, zuletzt aufgerufen am 01.03.2018
[2] DocCheck Flexikon: Erstlinientherapie http://flexikon.doccheck.com/de/Erstlinientherapie (zuletzt besucht am 21.07.2017).

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