Krankheitsbild und Fakten der Immunthrombozytopenie (ITP)

Patienten mit ITP werden meist in Praxen bzw. Kliniken für Hämatologie und Onkologie behandelt, wobei es sich bei der ITP um eine Autoimmunerkrankung und nicht um eine Krebserkrankung handelt.

Was sind Autoimmunerkrankungen?

Bei Autoimmunerkrankungen greift das Immunsystem, das eigentlich die Aufgabe hat uns vor Krankheitserregern zu schützen, fälschlicherweise Strukturen und Gewebe des eigenen Körpers an – und verändert, beschädigt oder zerstört sie.

Beispiele für Autoimmunerkrankungen sind:

  • Die rheumatoide Arthritis – hier fehlinterpretiert das Immunsystem körpereigene Substanzen als Fremdstoffe und reagiert in Form einer Entzündung. Fehlgesteuerte Immunzellen wandern in Bindegewebe und/oder Knorpel und produzieren dort entzündungsfördernde Stoffe.
  • Der Typ1-Diabetes – hier greift das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen (Langerhans-Inseln) in der Bauchspeicheldrüse an und zerstört diese.
  • Die ITP – hier richten sich Autoantikörper gegen die Blutplättchen (Thrombozyten). Dies hat zur Folge, dass die Thrombozyten in der Milz verstärkt abgebaut werden. Die Autoantikörper können aber auch die Neubildung von Thrombozyten (Thrombopoese) im Knochenmark hemmen.1

Formen der ITP

Es gibt zwei Formen der ITP: Wenn die Erkrankung ohne erkennbaren Auslöser auftritt, bezeichnet man dies als primäre ITP. Von der sekundären ITP spricht man, wenn ein Zusammenhang mit anderen Erkrankungen (z. B. HIV, Hepatitis B und C, Lymphome oder Arthritis) oder Medikamenten besteht.

Wie häufig kommt ITP vor?

Schätzungsweise erkrankt etwa einer von 30.000 Erwachsenen und eines von 12.000 Kindern an ITP.2 Derzeit leben in Deutschland etwa 10.000 Menschen mit ITP.3 Die Häufigkeit der ITP-Neuerkrankungen steigt mit zunehmendem Alter. Zwischen dem 18. und 65. Lebensjahr sind Frauen häufiger als Männer betroffen.2

ITP-Patienten haben besondere Beratungs- und Betreuungsbedürfnisse

Da ITP-Patienten keine onkologische Erkrankung haben, erleben sie ihre Erkrankung anders als Krebspatienten:

  • ITP ist zwar nicht lebensbedrohlich, trotzdem müssen ITP-Patienten meist dauerhaft medizinisch betreut werden.
  • ITP-Patienten haben andere Bedürfnisse und Anforderungen hinsichtlich Beratung und Betreuung als onkologische Patienten.
Quellen:
[1] Onkopedia-Leitlinie Immunthrombozytopenie https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/immunthrombozytopenie-itp/@@view/html/index.html, (zuletzt besucht am 10.05.2017).
[2] Immunthrombozytopenie – ITP, Ein praxisnaher Leitfaden für medizinisches Fachpersonal, EBMT, 2011. https://www.ebmt.org/Contents/Resources/Library/Resourcesfornurses/Documents/ITP%20Guide%20German%20Version.pdf (zuletzt besucht am 10.05.2017).
[3] „Immunthrombozytopenie – Blutplättchen unter Beschuss“, Bettina Sauer, Berlin Pharmazeutische Zeitung online, Ausgabe 07/2009 http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=29068 (zuletzt besucht am 10.05.2017).

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