Krankheitsbild ITP

Kennzeichnend für die ITP ist ein Mangel an Blutplättchen, der sich von Patient zu Patient unterschiedlich äußert. Genauso wie die Symptome ist auch der Verlauf der Erkrankung bei allen Betroffenen individuell und in der Regel nicht vorherzusagen.

ITP steht für Immunthrombozytopenie (frühere Bezeichnung: idiopathische thrombozytopenische Purpura). Weitere Synonyme sind Werlhofsche Erkrankung, Werlhof-Krankheit oder Morbus Werlhof, die auf Paul Gottlieb Werlhof zurückgehen. Der Arzt aus Hannover beschrieb die Erkrankung im Jahr 1735 erstmalig bei einem 16-jährigen Mädchen, das nach einem Infekt unter verschiedenen Krankheitszeichen wie Hauteinblutungen und Schleimhautblutungen litt.1 Erst knapp 150 Jahre später wurde entdeckt, dass diese typischen Symptome auf eine Thrombozytopenie, d. h. einen Thrombozytenmangel (Blutplättchenmangel), zurückzuführen sind. Per Definition wird von einer ITP gesprochen, wenn die Thrombozytenzahl wiederholt unter 100.000/µl Blut liegt.1 Ursache für den Mangel an Blutplättchen ist eine Autoimmunreaktion. Das körpereigene Abwehrsystem erkennt Strukturen auf Blutplättchen und ihren Vorläuferzellen als Fremdkörper und reagiert mit der Bildung von Abwehrstoffen (Antikörpern). Diese beschleunigen nicht nur den Abbau der Thrombozyten, sondern beeinträchtigen auch deren Neubildung. Eine zu geringe Anzahl von Blutplättchen führt dazu, dass die Blutgerinnung nicht mehr wie gewohnt abläuft: Verletzte Blutgefäße können nicht mehr so rasch wie üblich „abgedichtet“ werden, was wiederum eine erhöhte Blutungsneigung mit sich bringt – schon leichte Stöße oder Verletzungen können bei Betroffenen zu blauen Flecken und länger anhaltenden Blutungen führen.2

Verringerte Thrombozyten im Blut

Leben mit ITP: Teaserbild für das Thema „Therapie und Behandlung“

Behandlung der ITP

Trotz des Thrombozytenmangels zeigen nicht alle Betroffenen auch Symptome. Ob und wie die ITP behandelt werden muss, hängt daher vom individuellen Verlauf und Stadium der Erkrankung ab und sollte gemeinsam von Arzt und Patient entschieden werden. Nicht nur Schwere und Dauer der ITP, sondern Lebensumstände sowie der Wunsch des Patienten werden bei der Wahl der Therapie berücksichtigt. Behandelt wird mit verschiedenen Medikamenten oder einer operativen Entfernung der Milz (Splenektomie), die heutzutage jedoch nur noch in Ausnahmefällen durchgeführt wird.1  

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Ursachen und Häufigkeit

Der für die ITP charakteristische Mangel an Thrombozyten beruht einerseits auf einer zu geringen Neubildung der Blutplättchen und andererseits auf deren beschleunigtem Abbau. Auslöser ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Weshalb sich Teile des Abwehrsystems bei manchen Menschen auf einmal gegen körpereigene Thrombozyten richten, ist in den meisten Fällen unbekannt. Lesen Sie hier mehr zur Häufigkeit und möglichen Ursachen der ITP und wie das Immunsystem die Anzahl der Thrombozyten beeinflusst.

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Symptome

Niedrige Thrombozytenzahlen bei der ITP können zu einer erhöhten Blutungsneigung führen. Während manche Patienten bereits schnell bluten, haben andere hingegen keine oder kaum Beschwerden. Hier erfahren Sie, wie sich der Thrombozytenmangel sonst noch bemerkbar machen kann und an wen Sie sich wenden können, wenn Sie verdächtige Symptome bei sich beobachten.

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Verlauf und Stadien

Ob und wie die ITP behandelt werden muss, hängt unter anderem vom Verlauf und Stadium der Erkrankung ab. Bei der ITP werden heutzutage drei Erkrankungsstadien beschrieben, die mit unterschiedlichen Aussichten auf Heilung verbunden sind. Wie die einzelnen Stadien definiert sind und wie diese die Prognosen für den Krankheitsverlauf beeinflussen, können Sie hier nachlesen.

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Diagnose

Bei ungewöhnlich starken oder unerklärlichen Blutungen ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner. Besteht der Verdacht auf eine ITP, wird er versuchen die Ursache für die beeinträchtigte Blutgerinnung in Erfahrung zu bringen und Sie gegebenenfalls an einen auf Blutkrankheiten spezialisierten Kollegen überweisen. Wie genau die Diagnostik abläuft und welche Untersuchungen vorgenommen werden, erfahren Sie hier.