Wie kann man eine Immunthrombozytopenie (ITP) behandeln?

Für die Behandlung einer Immunthrombozytopenie (ITP) stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Ob eine Behandlung überhaupt erforderlich ist, hängt von der individuellen Blutungsneigung ab.

Ob eine ITP therapiebedürftig ist, muss immer im Einzelfall von Arzt und Patient entschieden werden. Während früher auch die Anzahl der Blutplättchen (Thrombozyten) ein wichtiger Aspekt bei dieser Entscheidung war, empfehlen die aktuellen Leitlinien eine Orientierung allein an der Blutungsneigung des Patienten.1

Eine Therapie kommt

  • auf jeden Fall in Frage, wenn starke Blutungen auftreten.
  • eventuell in Frage, wenn mittelstarke Blutungen auftreten. 
  • eher nicht in Frage, wenn nur eine geringe oder keine Blutungsneigung besteht (Watch & Wait). Allerdings können z. B. ein erhöhtes Verletzungsrisiko oder zusätzlich bestehende Krankheiten auch in diesem Fall für eine Therapie sprechen.1
Korrekte Therapieanwendung
Thrombocyte
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Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, inwieweit Sie durch die richtige Anwendung Ihrer Therapie den Behandlungserfolg mitbestimmen können?

Vielleicht haben Sie schon einmal das Wort „Compliance“ bei Ihrem Arzt gehört. Aber wissen Sie, was „Compliance“ bedeutet und welche Auswirkungen es für Ihre Behandlungen und Therapien hat? Testen Sie mit dem folgenden Quiz Ihr Wissen rund um dieses Thema und erhalten Sie zusätzlich ein paar nützliche Tipps für eine korrekte Therapieanwendung!

Mit jeder richtig beantworteten Frage helfen Sie, die Anzahl der Blutplättchen im oben abgebildeten Blutgefäß zu erhöhen.

Viel Erfolg wünscht Ihnen Ihr
Leben-mit-ITP-Team

Lückentext: Vervollständigen Sie den Lückentext, indem Sie jeweils die richtige Antwort in die richtige Lücke ziehen.
Thrombocyte
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Frage 1 von 10
Warum muss ich Tabletten einnehmen?
können ihre Wirkung nur entfalten, wenn man sie anwendet.
Geschmacksrichtung
ordnungsgemäß
jede Woche
häufig
Arzneimittel
Single Choice: Wählen Sie die richtige Antwort aus den 4 Antwortmöglichkeiten aus.
Thrombocyte
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Frage 2 von 10
Wie ist eine einmal tägliche Medikamenteneinnahme möglichst sinnvoll?
A Immer zur gleichen Tageszeit, +/- 2 Stunden
B Immer morgens
C Immer genau um 12.00 Uhr
D Die Tageszeit darf jeden Tag individuell gewählt werden
Single Choice: Wählen Sie die richtige Antwort aus den 4 Antwortmöglichkeiten aus.
Thrombocyte
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Frage 3 von 10
Warum darf ich manche Tabletten nicht gleichzeitig mit einer Mahlzeit einnehmen?
A Der Geschmack des Essens kann verdorben werden
B Tabletten können einen unangenehmen Eigen- geschmack entwickeln
C Tabletten sind mit fester Kost schwerer zu schlucken
D Das Medikament wirkt unter Umständen nicht ordnungsgemäß
Single Choice: Wählen Sie die richtige Antwort aus den 4 Antwortmöglichkeiten aus.
Thrombocyte
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Frage 4 von 10
Womit nehme ich Tabletten am besten ein?
A Mit Milch – weil Milch zusätzlich gesund ist
B Mit Leitungswasser, weil es nichts enthält, was die Wirkung stört
C Mit Alkohol, weil es zusätzlich desinfiziert
D Mit Fruchtsaft, weil es besser schmeckt
Single Choice: Wählen Sie die richtige Antwort aus den 4 Antwortmöglichkeiten aus.
Thrombocyte
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Frage 5 von 10
Was mache ich, wenn ich Nebenwirkungen bemerke?
A Die Dosis halbieren
B Sofort absetzen
C Freunde um Rat bitten
D Meinen Arzt oder Apotheker fragen
Single Choice: Wählen Sie die richtige Antwort aus den 4 Antwortmöglichkeiten aus.
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Frage 6 von 10
Was soll ich tun, wenn ich keine Wirkung spüre?
A Die doppelte Menge einnehmen
B Häufiger einnehmen, bis ich etwas spüre
C Das Medikament ganz weglassen
D Meinen Arzt fragen
Multiple Choice: Wählen Sie die 5 richtigen Antworten aus den Antwortmöglichkeiten aus.
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Frage 7 von 10
Was kann mir dabei helfen, an meine Tabletteneinnahme zu denken?
A Tablettenboxen, in die Sie die Tages- oder Wochenration der Medikamente einfüllen
B Einen Gegenstand bestimmen, der mich an die Einnahme erinnern soll
C Tabletten immer zu einem festen Zeitpunkt einnehmen
D Ihre Familie oder gute Freunde bitten, Sie zu erinnern
E Haftnotiz am Badezimmerspiegel anbringen
F Die Tabletten immer im Handschuhfach des Autos mitführen
G Tabletten in der Verpackung ordentlich in einer Schublade oder einem geschlossenen Schrank verstauen
Multiple Choice: Wählen Sie die 4 richtigen Antworten aus den Antwortmöglichkeiten aus.
Thrombocyte
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Frage 8 von 10
Welche digitalen Hilfsmittel helfen mir dabei, an die Tabletteneinnahme zu denken (auch unterwegs)?
A Smartphone-Spezial- klingelton, der Sie rechtzeitig erinnert
B Küchen-Timer stellen
C Dosier-App verwenden
D Terminübersicht als Widget auf dem Startdisplay Ihres Smartphones speichern
E Alexa aktiviere
F Smartwatch-Wecker aktivieren
G Nachttisch-Wecker aktivieren
Zuordnung: Ziehen Sie die Tabletten nacheinander auf die Felder mit den richtigen Antworten (3 sind richtig).
Thrombocyte
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Frage 9 von 10
Einen Medikamentenvorrat anzulegen, kann sinnvoll sein, damit ich jederzeit meine Tabletten zur Hand habe. Welche Orte sind dafür besonders gut geeignet?
Schreibtisch Arbeitsplatz- Schreibtisch
Gefriertruhe In der Gefriertruhe
Personen Regelmäßig besuchte Orte
Tagesdosis Tagesdosis bei sich führen
Fenster Am Fenster in der Sonne
Sicherer_Ort Sichere Orte
Pill
Pill
Pill
Multiple Choice: Wählen Sie die 2 richtigen Antworten aus den Antwortmöglichkeiten aus.
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Frage 10 von 10
Was soll ich tun, wenn ich einmal die Tabletten vergessen habe?
A Beim nächsten Mal die doppelte Menge einnehmen
B Weitermachen wie bisher
C Ganz aufhören – die Wirkung wird beeinträchtigt
D Mit Ihrem Arzt sprechen

Ziel einer Therapie ist es, die Thrombozytenanzahl anzuheben und so das Risiko für Blutungen zu minimieren. Besondere Situationen wie eine bevorstehende Operation oder Zahnarztbehandlung können zusätzliche Maßnahmen erforderlich machen.1

Erst-, Zweit- und Drittlinientherapie – was bedeutet das?

Als Erstlinientherapie bezeichnet man in der Medizin die Behandlung, die sich als Standardtherapie direkt nach Diagnosestellung bewährt hat. Erst bei Versagen dieser Therapie kommt eine Zweit- oder Drittlinientherapie zum Einsatz.2

Erstlinientherapie bei ITP

Bei ITP sind bei therapiebedürftigen Patienten sogenannte Kortikosteroide das Mittel der ersten Wahl. Die Substanzen sind mit dem körpereigenen Hormon Kortison verwandt, das regulierend auf das Immunsystem wirkt. Kortikosteroide hemmen die Produktion von Autoantikörpern gegen Thrombozyten. 

Wenn es zu schweren Blutungen kommt, werden zusätzliche Therapiemaßnahmen wie z. B. die Gabe von sogenannten Immunglobulinen oder Thrombozytenkonzentraten erwogen.

Immunglobuline führen meist zu einem schnellen, aber kurzfristigen Thrombozytenanstieg für 2–4 Wochen. Sie werden deshalb z. B. bei akuten schweren Blutungen oder nicht aufschiebbaren Operationen eingesetzt.1 Bei schweren Blutungen kann auch mit Thrombozytenkonzentraten bei manchen Patienten ein kurzfristiger Anstieg der Thrombozytenzahl erreicht und die Blutung gestoppt werden.1 

Weitere Therapiemöglichkeiten bei ITP

Nicht bei allen Patienten stellt sich der gewünschte Behandlungserfolg ein, oder es kommt nach einem anfänglichen Erfolg zu einem Rückfall. Dann kommen weitere Behandlungsmöglichkeiten in Frage: 

  • Eine erneute Therapie mit Kortikosteroiden 
  • Eine operative Milzentfernung (Splenektomie)
  • Behandlung mit Thrombopoetin-Rezeptor-Agonisten
  • Immunsuppressive Medikamente

Thrombopoetin-Rezeptor-Agonisten sind Substanzen, die die Neubildung von Blutplättchen (Thrombozytopoese) im Knochenmark anregen können.

Immunsuppressiva sind Medikamente, die normalerweise gegen Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen oder in der Krebstherapie eingesetzt werden. Sie können die Bildung von Autoantikörpern gegen Thrombozyten bremsen. 

Autor: Michaela Spaeth-Dierl

Quellen:
[1] Onkopedia-Leitlinie Immunthrombozytopenie https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/immunthrombozytopenie-itp/@@view/html/index.html, zuletzt aufgerufen am 01.03.2018
[2] DocCheck Flexikon: Erstlinientherapie http://flexikon.doccheck.com/de/Erstlinientherapie (zuletzt besucht am 21.07.2017).

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