Kinderwunsch und Schwangerschaft mit Immunthrombozytopenie (ITP)

Eine Schwangerschaft ist schon für gesunde Frauen eine ganz besondere Zeit. Für Patientinnen mit Immunthrombozytopenie (ITP) stellen sich viele Fragen rund um das Wohlergehen von Mutter und Kind.

Kinderwunsch wirft für Patientinnen mit Immunthrombozytopenie (ITP) eine Reihe von Fragen auf. Kann die Erkrankung sich während der Schwangerschaft negativ auf mich und mein Kind auswirken? Was gibt es zu beachten, was kann ich selbst tun? Ist ITP vererbbar?

Blutungsrisiko geringer als bei Nicht-Schwangeren

Das Blutungsrisiko für Schwangere mit ITP ist geringer als bei Nicht-Schwangeren mit ITP. Möglicherweise spielt die Gerinnungsaktivierung in der Schwangerschaft eine Rolle für die geringere Blutungsneigung.1

Im Verlauf der Schwangerschaft sollten die Thrombozytenwerte kontrolliert werden. So kann der Hämatologe – bestenfalls in Absprache mit dem Frauenarzt – entscheiden, wann eine Behandlung bzw. eine Anpassung der bestehenden Therapie erforderlich ist. Hierbei spielen z. B. auch andere Begleiterkrankungen und die geplante Art der Entbindung (vaginal oder Kaiserschnitt) eine Rolle. Auch bei der Schmerzmedikation während der Entbindung ist es wichtig, dass die behandelnden Ärzte über die ITP-Erkrankung Bescheid wissen.1,2

Wann kann eine Behandlung der ITP nötig werden?

Eine Behandlung der ITP in der Schwangerschaft kann z. B. notwendig werden, wenn Blutungen auftreten oder Eingriffe wie etwa ein Kaiserschnitt oder eine Rückenmarksnarkose erforderlich werden.1 Scheuen Sie sich nicht, alle Fragen bei Ihrem Frauenarzt und Ihrem Hämatologen zu stellen, die sie geklärt haben möchten.

Entbindung: Es muss nicht unbedingt ein Kaiserschnitt sein

Früher wurde bei ITP häufig zum Kaiserschnitt geraten. Wichtig für eine Entscheidung sind im Einzelfall die Thrombozytenwerte und ob z. B. bei früheren Geburten bereits Blutungen aufgetreten sind.1,2 Experten sind heute der Ansicht, dass die Entscheidung für einen Kaiserschnitt nicht durch die ITP, sondern allein durch die geburtshilfliche Situation der Schwangeren bestimmt werden sollte.1

Nach der Geburt

Das Wichtigste zuerst: ITP ist nicht vererbbar. Es ist jedoch möglich, dass Antikörper aus dem Blut der Mutter in das Blut des Kindes übergehen, sodass auch das Neugeborene niedrige Thrombozytenwerte haben kann. In den allermeisten Fällen brauchen diese niedrigen Werte nur überwacht, aber nicht behandelt werden. Was das Stillen angeht, gibt es grundsätzlich keinen Grund, der dagegen spräche.2

Auch hier gilt: Scheuen Sie sich nicht, mit allen Fragen und Bedenken auf die behandelnden Ärzte und/oder Hebammen zuzugehen.

Quellen:
[1] Leitlinie Immunthrombozytopenie (ITP) https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/immunthrombozytopenie-itp/@@view/html/index.html (zuletzt besucht am 02.03.2019).
[2] Website der Selbsthilfegruppe Itp-information http://www.itp-information.de/itp-und-schwangerschaft.html (zuletzt besucht am 02.03.2019).

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